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Reisebericht Vietnam mit Marco Polo Young Line Travel

Vietnam

07:30 Uhr Abfahrt – gar nicht meine Zeit.

Aber so eine Vespa Tour durchs wimmelige Hanoi lass ich mir doch nicht entgehen!

25 vietnamesische Vespa-Fahrer warten geduldig auf 25 Europäerinnen,  um sie durch die wuseligen Straßen der früheren Vietnamesischen Hauptstadt zu chauffieren.
Helme auf und los geht’s - was für ein Erlebnis!

Erste Station ist ein typisch vietnamesisches Restaurant voller Einheimischer,  in der wir landestypisch frühstücken. Es gibt Pho – Reisenudelsuppe. Wahlweise mit Hühnchen, mit Rindfleisch oder mit Gemüse. Inzwischen ist es dann auch fast schon acht Uhr, da kann man doch mal eine heiße Suppe essen. Nach den ersten Bissen hat sie dann aber doch fantastisch geschmeckt. Man probiert sich ja gerne durch die Landesküche.

Draußen warten unsere Fahrer,  um uns zu den diversen Sehenswürdigkeiten, wie der Oper oder dem Ho Chi Minh Mausoleum zu bringen. Danach folgt eine ausgiebige Stadtrunde über den „Roten Fluss“ bis wir gegen 11:00 Uhr wieder im Hotel abgesetzt werden und uns schweren Herzens verabschieden. Jetzt erst mal den Staub aus den Haaren duschen.

Das war jetzt schon unser dritter Tag in Vietnam.

Bevor wir nach Hanoi gefahren sind hatten wir schon zwei wundervoll entspannende Nächte an Bord eine Dschunke verbracht und uns durch die Halong Bucht schippern lassen.

Obwohl, was heißt schippern – bei Marco Polo Young Line wird man oft auch selbst aktiv. So haben wir uns schon am Ankunftstag auf gemacht,  um mit dem Kayak die Buchten zu erkunden. Es ist unbeschreiblich, wie die riesigen Granitfelsen aus dem Wasser ragen und dieser Bucht im Norden des Landes sein mystisches Aussehen verleihen. Sobald die Sonne untergeht und die Berge ihre langen Schatten auf die wenigen umliegenden Dschunken werfen,  verstärkt sich dieser Eindruck noch.

Ein weiterer Ausflug führte uns in eine jahrhundertealte Tropfsteinhöhle,  die im Inneren zum Teil kunstvoll beleuchtet ist. Allerdings auch sehr gut besucht.

Und eine kleiner Hiking Trip auf den Tiptop Felsen mit anschließendem Badestopp (den man bei dieser tropischen Hitze auch echt nötig hat), rundeten unsere Zeit in der Halong Bucht ab.

Am ersten Abend in Hanoi waren wir auf uns allein gestellt. „Sucht euch selber etwas zu essen, es gibt hier überall Garküchen“.

Zunächst zurückhaltend beäugt, entschieden wir uns dann für ein Restaurant,  in dem wir in den nächsten Tagen Stammgast wurden. Ein paar Plastiktische und kleine Plastikhocker sehen im ersten Moment nicht sehr einladend aus. Auch der grimmige und auch ein bisschen skeptisch dreinschauende Kellner machte es nicht wirklich besser. Egal, wir hatten Hunger und die anderen Läden sehen auch nicht besser aus. Für umgerechnet rund EUR 3,90 pro Person genießen wir unerwartet köstlichen Bratreis mit Ei und Hühnchen und mind. ein Getränk pro Person. Und es ist wirklich lecker! Teils besser als das, was man uns in den schicken Hotels serviert hat.
Wir hatten uns immer noch nicht so richtig an den Vietnamischen Dong gewöhnt und kamen mit der Umrechnung nicht so zurecht (mit EUR 50,- ist man nämlich auf einmal Millionärin, daran muss man sich erst mal gewöhnen). Das führte zu einem opulenten Trinkgeld für den Kellner – was uns dann immerhin auch doch noch ein Lächeln von ihm bescherte.

Nach besagter Vespatour fallen wir also wieder bei unserem neuen Stammvietnamesen ein, bestellen diverse Biere und übertreffen uns mit unseren Geschichten, welcher Fahrer wie oft über rot gefahren ist, beinahe einen Taxifahrer umgenietet hätte, alle anderen überholt hatte und ohne Ende Selfies von sich mit seiner „exotischen“ blonden Mitreisenden machte.

Vom trubeligen Hanoi noch immer total überwältigt, erwartet uns am nächsten Tag das nächste Highlight. Und ich kann guten Gewissens sagen, in so einem exotisch gelegenen Restaurant habe ich noch nie gegessen.
Um dort hinzukommen,  fliegen wir zunächst nach Hue in Zentralvietnam – und weil es so schön war steht natürlich wieder eine Vespatour an. Heute aber,  als totales Kontrastprogramm,  durch die Dörfer. Ewige Reisefelder im knalligen grün soweit das Auge reicht. Und hier und da ein Wasserbüffel, ein Traum. Das Ziel dieser Tour ist eine Art Fischerdorf. Hier züchten und fischen die Einheimischen in abgesteckten Bereichen eines riesigen Sees. Was mich am meisten beeindruck hat, waren die Hütten. Diese sind komplett auf Stelzen in den See gebaut. Ein ziemlich wackeliger Holzsteg führt zur, ich nenne sie jetzt einfach mal Restauranthütte. Hier erfrischen wir uns mit einem eilig kaltgestellten Getränk und können es noch gar nicht fassen, dass wir hier gleich essen werden. Bei den Hütten drum herum bin ich mir nicht sicher, ob da wirklich Menschen drinnen leben oder ob es sich dabei nur eine Art Aufenthaltsmöglichkeit handelt. Um ehrlich zu sein bin ich immer noch so begeistert, dass ich gar nicht auf die Idee komme, diese Frage zu klären.

Nun geht es erst mal mit den Fischern raus aufs Wasser, mal gucken was sich heute in den Fangkörben getan hat. Wir knattern also in den länglichen Booten über den See,  bis wir bei den Zuchtbereichen angekommen sind. Hier werden einige Fische, die dort nicht reingehören rausgefischt und ins „freie“ Wasser geworfen. Ein bisschen geekelt habe ich mich schon als der Fischer eine Korbladung Fischlein in den Transporteimer umfüllt – der stand DIREKT HINTER mir. Und es hat alles noch gezuckt. Und ich schwöre, ein Krebschen oder irgendein anderes Schalentier ist da raus gesprungen und zappelte schräg unter meinem Sitz im Boot herum.
Da hilft nur,  tief durchzuatmen und sich auf die Sonne zu konzentrieren,  die gerade hinterm See untergeht. Zuerst wollte ich keine Bilder machen, weil ich dachte, ich habe schon sooo viele Sonnenuntergangfotos – aber eben bisher nicht eines hinter einem vietnamesischen Fischerdorf.
Zurück im Stelzenrestaurant erwartet uns die volle Ladung Schalentiere und weitere Meeresfrüchte,  die ich so frisch noch nie gegessen hab. Da war das unheimliche Krebschen in meinem Boot schnell wieder vergessen. Ein Wunder, dass an dem Tag niemand von uns einen Eiweißschock bekommen hat.
Das nächste Abenteuer ist dann, sich im Stockfinsteren mit der Vespa wieder zurück in die Stadt chauffieren zu lassen. Augen zu und durch, man kann ja eh kaum noch was sehen.

Ein wenig Kultur darf auf dieser Reise natürlich auch nicht fehlen. Also schlendern wir am darauf folgenden Tag stundenlang über das riesige Gelände des ehemaligen Königspalastes. Hier lebte der König damals mit seinen diversen Frauen. Wussten Sie, dass wenn ein Vietnamesischer Bürger seine Tochter dem König zur Braut anbot, dieser nicht ablehnen durfte? Diese und weitere Informationen über die damalige Zeit erfuhren wir durch unseren Reiseleiter. Es war halt auch damals schon eine völlig andere Welt.

Krönender Abschluss unserer auf eine Woche verkürzten Reise ist Hoi An.
Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass das kleine Travellerstädtchen und UNESCO Weltkulturerbe mich nicht auf Anhieb überzeugt hat.

Die historische Altstadt ist restauriert und ein wirklicher Publikumsmagnet. Souvenirshops mit günstigen Mitbringseln reihen sich neben einheimischer Handwerkskunst. So muss man schon ein bisschen gucken, wo man Qualitätsware bekommt. Diese aber wirklich zu einem sehr guten Preis. Je später der Abend desto voller werden die kleinen Gässchen. Alles sammelt sich abends um den kleinen Fluss,  der zur Nacht kunstvoll illuminiert wird und durch die Boxen schallt laute Musik. Vielen gefällt das, aber ich bin nach den fantastischen Eindrücken des,  wie ich meine,  „echten Vietnams“ dafür nicht in der Stimmung. Gott sei Dank ist es schon wieder Abendessenzeit und es erwartet uns ein abwechslungsreiches Menü in einem kleinen Restaurant ein paar Straßen weiter.
Der nächste Tag macht aber alles wieder gut – denn es geht schon wieder aufs Moped. Ein drittes und leider auch letztes Mal entdecken wir auf dem Rücken eines Rollers die Stadt und Umgebung. Schon von der Tür des Hotels aus entdecke ich die Fahrer und rufe den anderen Mädels schon mal zu – ich nehme den mit dem orangen Helm. Bis ich sehe, dass alle Jungs einen orangen Helm tragen, und ein orangenes Shirt – ganz im Look des Tour Unternehmens. Hier in Hoi An ist die Tour durch eine größere Agentur organisiert, deswegen brausen wir kurz darauf, alle im Einheitslook durch die historischen Straßen, die zumindest am Vormittag noch mit Mopeds befahren werden dürfen. Und es geht auch wieder rauf aufs Land,  wo wir immer wieder Stopps einlegen und der Gruppenleiter der Mopedfahrer mit perfektem Englisch einige interessante Informationen zur Historie und zum Leben in Vietnam gibt.
Wir besuchen auch zwei Damen,  die in ihrer kleinen Hütte aus einer Art Stroh,  farbenfrohe Schlafmatten herstellen. Das hat natürlich zur Folge das nach dem Besuch ungefähr die Hälfte der Mopeds beladen sind mit kleingeschnürten bunten Mappen – ein perfektes Geschenk für die Daheimgebliebenen.

Der Abschied fällt schwer. Ich bin ohne Erwartung nach Vietnam geflogen und habe mich total verliebt. Es ist so vielfältig, so beeindruckend und so anders. Ein spannendes Reiseland, sicher zu bereisen, voller herzlicher Menschen, mit großartigem Essen, günstigen Preisen, einer Jahrhunderte alten Kultur und es gibt so viel zu bestaunen. Ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich Vietnam erkunden und entdecken konnte, so viele tolle Menschen getroffen habe und mit so vielen tollen Erinnerungen im Gepäck nach Hause reise.

 

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